Teil 9: Nach dem Exit: Porsche vs. Rendite

Der Moment, in dem der Überweisungsbetrag des Unternehmensverkaufs auf dem Konto eingeht, ist etwas surreal und freudig zugleich. Manche würden das vielleicht zum Anlass nehmen und den nächsten Autohändler aufsuchen. Für mich kam das nicht in Frage.
Ich bin niemand, der den übermäßigen Kommerz fördert oder Statussymbole braucht, um sich wertvoll zu fühlen. Für mich war dieser Geldbetrag keine Lizenz zum Geldausgeben, sondern eine Verantwortung. Statt Kommerz war Vermögensaufbau angesagt.
Doch wohin mit dem Kapital?
Ich hatte gerade (wie bereits im vorherigen Artikel beschrieben) fast 50 % an das Finanzamt verloren. Das erste Ziel war also psychologischer Natur: Dieser Verlust sollte wieder reingeholt werden. Nicht durch Zocken, sondern durch Verstand.
Phase 1: Die Ärmel hochkrempeln (Immobilien)
Zum Glück war ich bei diesem Thema nicht allein. Mein Partner Michael beschäftigte sich schon lange intensiv mit Kapitalanlagen. Während ich mich jahrelang auf Code und Bewertungen konzentriert hatte, verstand er die Mechanismen des Zinseszinses und verschiedener anderer Asset-Klassen.
Wir entschieden uns für den klassischen, aber arbeitsintensiven Weg: Immobilien.
Wir kauften nicht einfach nur „Betongold“ zum Liegenlassen. Wir kauften Objekte mit Potenzial, sanierten sie, vermieteten sie neu und optimierten den Wert.
Die Rückflüsse aus den Mieten und die Wertsteigerungen verkonsumierten wir nicht. Wir steckten jeden Euro sofort wieder zurück in unser System: In neue Objekte und erste Aktienpakete.
Es war harte Arbeit, aber sie hat sich ausgezahlt:
Über die Jahre ist es uns gelungen, den schmerzhaften Steuerverlust nach dem Exit vollständig auszugleichen. Das Kapital war nicht nur gesichert, es hatte sich vermehrt.
Phase 2: Der Schwenk (Dividenden & Wachstum)
Immobilien sind großartig, aber sie sind auch „klumpig“ und binden Zeit.
Mit dem wachsenden Verständnis für Märkte und Michaels tiefgreifender Analyse haben wir unsere Strategie über die Jahre angepasst. Wir wollten mehr Liquidität und weniger operativen Aufwand (keine Rohrbruch-Anrufe am Wochenende mehr).
Mit diesem Strategiewechsel startete der Aufbau eines Dividenden- und Wachstumsportfolios.
Ich kann mich dabei zu 100 % auf Michael verlassen. Er ist der Architekt unserer Anlagestrategie. Er screent Unternehmen, analysiert Bilanzen und baut ein Asset-Portfolio, das uns einen stetigen Cashflow (Dividenden) bei gleichzeitigem Substanzzuwachs (Wachstum) liefert.
Das Gefühl, dass Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Coca-Cola für mich arbeiten, ist dem Gefühl des Exits sehr ähnlich: Es ist die Freiheit, Geld als Werkzeug zu nutzen, nicht als Zweck.
3 Finanz-Tipps von Unternehmer zu Unternehmer
Viele Gründer machen den Fehler, ihren gesamten Wohlstand in der eigenen Firma zu binden („Mein Unternehmen ist meine Altersvorsorge“). Das ist ein riskantes Spiel. Hier sind meine Learnings für die Zeit vor und nach dem Exit:
- Diversifikation ist Überlebensschutz
- Bildung schlägt Berater
- Konsum frisst Freiheit
Einblicke in das Dividenden-Portfolio
Ich rede hier nicht nur über Theorie. Wir leben das.
Michael hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Finanzwissen transparent und verständlich zu teilen – genau so, wie ich mein Business- und Web-Wissen teile.
Auf seiner Website michael-schoenbeck.com gibt er tiefe Einblicke in die wertorientierte Investmentphilosophie. Kein „Schnell-reich-werden“-Unfug, sondern echte Zahlen:
- Wie wir Kapital allokieren (Asset Allocation).
- Wie die Zinseszins-Strategie in einem realen 500k+ Portfolio arbeitet.
- Welche Werte wir warum kaufen (Value Investing Ansatz).
Wer sehen will, wie effektiv das Dividenden-Portfolio für uns arbeitet und dazu beiträgt, dass sich der Exit auch heute noch für uns auszahlt, sollte dort unbedingt vorbeischauen. Es ist der Beweis, dass man mit Ruhe, Geduld und Verstand mehr erreicht als mit Hektik und Anlageklassen, die man nicht versteht.
Kurz und knapp
„Der Exit war der Startschuss, nicht das Ziel.„
Das Ziel war immer Unabhängigkeit. Und die erreicht man nicht durch Ausgeben, sondern durch Investieren. Heute schlafe ich nicht besser, weil viel Geld auf dem Konto ist – sondern weil ich weiß, wie es arbeitet und dass es breit gestreut ist.